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Der faire Bäcker
„Der Bäcker Legat“ verkauft nun „Fairtrade“-Kaffee. Wie damit die Ausbeutung von Bauern verhindert wird, das Raucherschutz-Gesetz das Geschäft beeinflusst und welche Innovationen es gibt, erklärt Geschäftsführer Alexander Legat im KLAGENFURTER-Wirtschaftsgespräch.
KLAGENFURTER: Sie bieten in 13 Ihrer 19 Standorte sogenannte „Fairtrade“- Kaffeespezialitäten an. Wofür steht „Fairtrade“?
Alexander Legat: Der „Fairtrade“-Kaffee steht für eine faire Behandlung und Bezahlung der Menschen in Entwicklungsländern. Es geht um soziale Kompetenz und Nachhaltigkeit. „Fairtrade“ stellt die Unterstützung von Kaffee-Bauern in den Entwicklungsländern zu fairen Preisen sicher.Das heißt, wer in Ihren Lokalen einen „Fairtrade“- Kaffe trinkt, verhindert Ausbeutung in den Entwicklungsländern?
Ganz genau! Wir haben unser Sortiment um sechs dieser „Fairtrade“-Kaffeegetränke erweitert. Ein Sommerhit bei den heißen Temperaturen ist der eisgekühlte „Latte freddo“, wahlweise mit Caramel oder Kokos. Diese Getränke gibt es kühl oder heiß als „to go“ auch zum Mitnehmen.Stichwort Bäckerei: Wie viel Brot und andere Backwaren werden tagtäglich zubereitet?
Wir haben im vergangenen Jahr insgesamt 2,8 Millionen Euro investiert und mit dem Großteil dieses Geldes unsere neue Bäckerei am Südring errichtet. Dort produzieren unsere vierzig hauseigenen Bäcker täglich um die zwanzig Tonnen Brot und Backwaren. Von hier aus beliefern wir mit 16 LKW unsere 19 Standorte in Klagenfurt, Villach, St. Veit und Feldkirchen sowie den Lebensmittelhandel.Wie viel von diesen zwanzig Tonnen landet in den Legat-Standorten, wie viel in den Supermärkten?
Diese Summe teilt sich zu dreißig Prozent auf unsere eigenen Standorte auf und zu siebzig Prozent auf den Lebensmittelhandel. Wie liefern sogar bis Wien. Unsere neue Bäckerei ist jetzt schon so ausgelastet, dass wir überlegen, sie weiter auszubauen.Wie sehr hat das Raucherschutz- Gesetz Ihr Geschäft bisher beeinflusst?
Wir haben an allen 19 Standorten ein striktes Rauchverbot. Natürlich passen Back- und Genusswaren nicht mit Rauch zusammen. Aber die Raucher sind die Zigarette zu ihrem Kaffee gewöhnt. Daher hat uns das Raucherschutz-Gesetz natürlich getroffen. Wir haben Kunden verloren, aber im Gegenzug auch gewonnen. Zum Beispiel Familien mit Kindern. Dafür ist auch der Backwaren-Umsatz gestiegen.Was auch für die Qualität spricht. Wie überprüfen Sie selbst die Qualität Ihrer Produkte?
Ein Indiz für unsere Qualität ist zum Beispiel die „IFS“-Zertifizierung, die unsere Produkte seit März haben. Dieser „International Food Standard“ wurde von Vertretern des europäischen Lebensmitteleinzelhandels definiert, wird jährlich überprüft und garantiert einen sicheren und hygienischen Umgang mit den Lebensmitteln.In jedem Geschäft muss man mit der Zeit gehen. Sind in der Bäckerei überhaupt noch Innovationen möglich?
Eigentlich ist bei den Produkten schon alles erfunden. Wir widmen uns aber dennoch stark der Produktentwicklung. Unser neuester Renner ist der Kärntner Herz-Brezen. Das ist ein normaler Brezen in Herzform, der im Eventland Kärnten gerade im Sommer auf den vielen Kirchtagen und Zeltfesten gefragt ist. Deshalb lassen wir den Kärntner Herz-Brezen auch patentieren.
